Endlich wieder ein Lager! Rucksäcke gepackt, auf geht’s!
Voller Vorfreude werden am Freitag, den 13.02.26 alle Rucksäcke, Schlafsäcke, Wimpel und Essenssachen in den Bulli gepackt und Dennis fährt uns (Kathi, Kim, Lia, Emma, Linus, Eline und mich) Richtung Autobahn. Nur 1 ½ Stunden später können wir sie bereits aus dem Bullifenster sehen: die Jugendburg Ludwigstein, spätmittelalterliche Burg und Sehnsuchtsort der bündischen Jugend, zu der wir als Pfadfinder ja auch zählen. Hoch oben tront sie leider ein wenig wolkenverhangen.
Nach einer kurzen Anmeldung im Burgbüro können wir die Torklause beziehen, einen urigen Schlafraum, der auch als Museumsraum dient und allerlei interessantes parat hält.
Jetzt aber erstmal los uns umschauen. Nach einer ersten Orientierung macht sich der Hunger bemerkbar, also ziehen wir los um in der Zelterküche in riesigen Töpfen Nudeln und Tomatensauce zu kochen. Nach dem Abendessen im Kaminzimmer treffen auch ente (Nele), die unterwegs mit einer Autopanne zu kämpfen hatte und Matze, der bereits ein kleines Bahnabenteuer hinter sich gebracht hat, ein. Gemütlich geht der Abend mit Gesang und dem Frau Holle-Märchen, in deren Heimat wir hier unterwegs sind, zu Ende.
Nach einer Andacht und dem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen führt uns Nele durch „ihre“ Burg, auf der sie gerade ihren Freiwilligen Dienst in der Denkmalpflege leistet. Wir erfahren viele interessante Details über den Bau, den Wiederaufbau, die Anfänge der bündischen Jugend und sogar über die Trennung und Wiedervereinigung Deutschlands und schauen von der Burg aus auf die Werra und hinüber nach Thüringen auf die Burg Hanstein. Es bleibt noch etwas Zeit zu Kickern, ehe uns die Burgküche mit leckerem Curry verwöhnt.
Dann geht es auf dem Eselpfad den Burgberg hinunter und am Brunnenhaus vorbei zu einer kleinen Wanderung.
Wieder zurück auf der Burg beginnt es leicht zu schneien, Frau Holle schüttelt wohl die Betten.
Nun heißt es Nummern mit Aufgaben in der ganzen Burg zu suchen um beim „Pfadfinderlauf“-Brettspiel unseren Holz-Pfadfinder möglichst schnell ins Zeltlager zu führen. Dabei müssen allerlei kreative Aufgaben gemeistert werden, wie ein Gedicht über das Lager zu verfassen oder Zuschauer bei einem Fußballspiel zu spielen. Auch ein Socken-Kasperle-Theater, ein „null-Kontakt-Boxkampf“ und eine Menschenpyramide – überall muss gut zusammengearbeitet werden um die Aufgaben zu erledigen und das Spielziel zu erreichen. Alle haben viel Spaß.
Besonders aufregend wird es für Kathi als wir schweigend mit Fackeln und Fahnen vor die Burg auf den Küchensöller ziehen und sie ihr Wölflingsversprechen ablegt. Nele nimmt sie daraufhin als Wolf in die Stammesmeute auf und überreicht ihr das grüne Halstuch, das sie von nun an zur Kluft tragen darf.
Nach einem leckeren Abendessen mit Wraps entzünden wir an der großen Feuerstelle im Speisesaal ein Feuer und beginnen, begleitet von Gitarre und Kontrabass ein paar Lieder zu singen um uns die Zeit zu vertreiben, bis wir ins Schwimmbad im Keller der Burg dürfen. Während die einen Plantschen und Toben, singen die anderen weiter am Feuer bis alle spät am Abend müde in die Betten fallen.
Am Sonntagmorgen weckt uns die Sonne und nach einem Frühstück in der Klönecke heißt es Sachen packen und Schlafsaal fegen. Das klappt mit vereinten Kräften so gut und schnell, dass sogar noch Zeit für ein Versteckspiel der etwas anderen Art ist: Dennis versteckt sich in der großen Burg und alle müssen ihn einzeln suchen. Wer ihn findet, leistet ihm Gesellschaft bis auch der letzte ihn entdeckt hat. Dabei findet Dennis ein so gutes Versteck im Notausgang des Rittersaals, dass ihn erst einmal niemand findet. Erst, als er seinen Aufenthaltsort noch einmal ändert, wird er schließlich entdeckt.
Mit dem über das Wochenende neu gelernten und liebgewonnenen Lied „Die Burg“ und in guter Tradition „Allzeit bereit“ verabschieden wir uns auf dem Burginnenhof von der Burg Ludwigstein und von Nele und reisen zurück nach Stadtoldendorf. Eigentlich schade, dass dieses wunderschöne Lager, wieder so schnell vorüber ist – aber ein Ohrwurm bleibt:
„Wir haben den Berg erklommen.
Jahrhunderte uns umwehn.
Wir wissen, woher wir kommen,
wir ahnen, wohin wir gehn.
Graue Burg im Sonnenglast,
Burg im Regen, Burg im Schnee,
die du uns gerufen hast,
unsre Burg wie eh und je.“
(1. Strophe „Die Burg“ von Manfred Hausmann)
Gut Pfad, Eure Hilke






















